Handlungsrahmen Kinderschutz

Aus unserem Selbstverständnis und unserer Zugehörigkeit zur Diakonie, insbesondere durch die Verantwortung unsere angebotenen Hilfen qualifiziert und erfolgreich zu gestalten, möchten wir mit diesem Handlungsrahmen Kinderschutz dazu beitragen, den Bremer Qualitätsstandard „Zusammenarbeit im Kinderschutz“ (BQZ) und das „Bremer Konzept zur Qualitätssicherung und Risikomanagement“ in unseren vier Organisationen anzuwenden und mit Leben zu füllen.

Diskutiert und erarbeitet wurde dieses Papier von unserem übergreifenden Qualitätsarbeitskreis Kinderschutz  „QuAKs“.

Wir unterteilen den Handlungsrahmen zum einen in fachliche Hinweise zum Ablauf einer gemeinsamen Risikoeinschätzung, die zu unserer täglichen Arbeit gehört und so eine professionelle Routine in den Team- und Fallbesprechungen darstellt. Zum anderen geht es um den Handlungsleitfaden für die besondere Situation einer akuten Kindeswohlgefährdung, in der ein sofortiger, gut reflektierter Handlungsbedarf besteht. Wir fördern und schützen Kinder beherzt, ohne dabei in Wahrnehmungsverzerrungen und blinden Aktionismus zu verfallen.

Durch den Handlungsrahmen möchten wir in allen Bereichen unserer vier Organisationen qualitativ gute Vorgehensweisen und Einschätzungsverfahren im Kinderschutz gewährleisten. Durch die Auswertung, wie gut oder schlecht uns dies gelungen ist, können wir die Qualität unserer Arbeit und unser eigenes Risikomanagement im Kinderschutz weiter verbessern. Standardisierte, d.h. von allen akzeptierte und angewandte Vorgehensweisen, sollen helfen, die negativen Folgen und Risiken von Fehleinschätzungen zu vermindern.

Kinderschutzarbeit ist und bleibt grundsätzlich ein Risikobereich. Nicht alles in den Familien und im Umfeld ist vorhersehbar und schon gar nicht plan- und steuerbar. Wir wollen also in diesem Handlungsrahmen, in unserer täglichen Arbeit sowie in der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen flexibel bleiben und uns dieser Herausforderung durch eine diskursive Kultur der Fehleroffenheit und Achtsamkeit stellen. So wollen wir auch methodische und emotionale Kompetenzen und Instrumente, wie Dokumentationssysteme von Hilfeverläufen, entwickeln, um weiterhin aus den eigenen Fehlern und Erfolgen zu lernen. Hier sind wir erst am Anfang unserer Qualitätsentwicklung und -sicherung.

Wir sind Spezialisten in besonderen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe, aber wir können die Kinder und Jugendlichen niemals nur allein schützen. Wir brauchen die dialogische Zusammenarbeit mit den Familien auf Augenhöhe und wir beziehen sie in unsere Gefährdungs- und Risikoeinschätzung ein. Unsere konkrete Arbeit und die Zusammenarbeit im Kinderschutz orientiert sich immer ganzheitlich, sowohl am Kindeswohl, als auch am Elternwohl und Gemeinwohl, im Sinne des tripolaren Kinderschutzes.

Gesetzliche und vertragliche Grundlagen im Kinderschutz

Für uns in Bremen gelten folgende Vereinbarungen:

  • Rahmenvereinbarung zur Umsetzung des Schutzauftrages des §8a SGBVIII vom 07.04.10
  • Fachliche Weisung 01/2008 (Handbuch HZE 2.8)
  • Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung gem. § 8a SGB VIII verabschiedet am 1.August 2009

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