Bei strahlendem Sonnenschein hat die neue stationäre Jugendhilfeeinrichtung „Port Lorent“ der Diakonischen Jugendhilfe gGmbH eröffnet. Die Gäste, unter denen auch viele Anwohner waren, waren eingeladen, die Einrichtung und das Team bei Kaffee und Kuchen kennenzulernen. Projektleitung Claudia Fisbeck und Einrichtungsleitung Dr. Jakob Tetens stellten die Arbeit in der neuen Einrichtung vor, gefolgt von Grußworten des Geschäftsführers der Diakonischen Jugendhilfe gGmbH Bernd Schmitt und der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport Anja Stahmann.

Port Lorent bietet eine niedrigschwellig-individualpädagogische Betreuung für männliche Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren an, die aufgrund ihres herausfordernden Verhaltens in Regeleinrichtungen der Jugendhilfe nicht zu halten sind. Das stationäre Angebot bietet acht Plätze, sieht eine Unterbringung in Einzelappartements unter einem Dach vor und zielt darauf ab, die Heranwachsenden durch niedrigschwellige Beziehungs-, Beschäftigungs- und Bildungsangebote zu stabilisieren.

„Es sind ganz normale Jugendliche, die nicht das Glück hatten, in eine stabile Familie geboren zu werden“, erklärt Claudia Fisbeck die Zielgruppe des Projekts. Die Immobilie an der Lorentstraße sei zwar für acht Jugendliche zu groß, doch Dr. Jakob Tetens sieht das als Chance: „So können wir in den Räumen viele Angebote realisieren, zum Beispiel Sport-, Musik- oder Kunstangebote“ Diese Funktionsräume seien im Moment aber noch nicht fertig, da das Fertigstellen der Jugendzimmer und des Büros für das Team, das 24 Stunden vor Ort ist, zunächst Vorrang hatte. „Ich bin sehr stolz auf das Team. Es ist ein hochmotiviertes, bunt gemischtes Team, das sich freut, loszulegen“, so Dr. Jakob Tetens.

Senatorin Anja Stahmann lobte die sinnvolle Nachnutzung der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft durch die Jugendhilfe. Es mache die Stärke unserer Gesellschaft aus, jungen Menschen, die aus dem Gleis geraten seien beizustehen und zu helfen. „Und das passiert hier mit einer hohen Professionalität“, lobte sie die Arbeit der Diakonischen Jugendhilfe Bremen gGmbH.

„Wichtig ist, dass wir miteinander reden und nach Lösungen suchen“, betonte Bernd Schmitt in seinen Grußworten. Er nahm die Bedenken der Anwohner ernst, wisse er doch, dass es in der Jugendhilfe auch manchmal schwierige Phasen geben könne. „Aber wir haben viel Erfahrung und wir finden Wege“, machte er Mut. „Und wenn es mal nicht läuft, scheuen sie nicht uns zu kontaktieren.“ Auf Nachfrage einer Anwohnerin sagte er, seine Handynummer stehe auf der Website und auch die Einrichtung sei 24 Stunden besetzt. Daran schloss sich auch Claudia Fisbeck an: „Wir sind 24 Stunden hier, scheuen Sie nicht hier vorbeizukommen.“ Etwas Kaffee und ein paar Kekse würden sich bei spontanem Besuch gewiss auch auftreiben lassen.