• Ausstellung über Bremer Jugendfürsorge und Heimerziehung in der Zeit des Nationalsozialismus
  • Lebensgeschichten der Betroffenen stehen im Mittelpunkt
  • Kostenfreie Führung durch die Ausstellung buchbar

Über Jahre hinweg hat die Kulturwissenschaftlerin Gerda Engelbracht im Auftrag des Diakonischen Werks Bremen, in Absprache mit den Trägern der diakonischen Jugendhilfe, den Alltag von Bremer Jugendlichen in den Heimen der Jugendfürsorge in der Zeit des Nationalsozialismus erforscht. Das Ergebnis sind ein Buch und eine Ausstellung mit dem Titel „Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen“ (Originalzitat des Jugendlichen Helmut Bödeker, Rechtschreibfehler bewusst übernommen).

Ein besonderes Augenmerk galt bei der Forschung den Lebensgeschichten und Lebensspuren der Betroffenen. Durch das in Erinnerung rufen der persönlichen Schicksale von jungen Menschen wird die Ausstellung erlebbar und berührt in ganz besonderer Weise. Die unterschiedlichen Lebensgeschichten vereinigt gleichermaßen die Ungerechtigkeit, die diesen jungen Menschen wiederfahren ist. Die Biografien jugendlicher Mädchen und Jungen machen die dramatischen (zum Teil tödlichen) Folgen der Aussonderung aus der „Volksgemeinschaft“ greifbar: die Durchführung von Zwangssterilisationen, die Deportation in Jugendkonzentrationslager und Einrichtungen der „Euthanasie“- Aktionen.

Besonders erlebbar wird die Ausstellung auch durch die beiden Hörstationen, die unter Beteiligung von Jugendlichen und in Kooperation mit Demokratisch Handeln und dem Landesinstitut für Schule entstanden sind. Acht Schülerinnen und Schüler der Osterholzer Albert-Einstein-Schule haben für die Hörstationen in der Ausstellung überlieferte Briefe von damaligen „Fürsorgezöglinge“ vorgelesen.

Wer mehr über die Ausstellung erfahren möchte, kann beim Diakonischen Werk (auch als Einzelperson) unter 0421/163840 oder info@diakonie-bremen.de eine kostenfreie Führung anmelden. Durch die Ausstellung führen geschulte Ehrenamtliche.

Die Ausstellung wird vom 28. Februar bis 16. April in den Räumen der Diakonischen Jugendhilfe Bremen, Schifferbauerweg 2, zu sehen sein.